Rebsorten

Souvignier Gris

Souvignier Gris ist eine Freiburger Züchtung von 1983 aus dem Programm von Norbert Becker, mit Resistenzgenen gegen Peronospora und Oidium. Der Name führt in die Irre: „Gris“ bezieht sich auf die rosa bis graurosa gefärbten Beeren, klassifiziert ist die Sorte aber als weiße Rebsorte. Dasselbe Muster wie beim Roten Riesling und beim Roten Elbling — die Schalenfarbe entscheidet nicht über die Weinfarbe.

Im Weinberg ist sie eine der robusteren PIWIs: dickschalige Beeren, gute Botrytis-Festigkeit, hohe Widerstandskraft gegen die klassischen Mehltaupilze. Die dicke Schale ist doppelt relevant — sie senkt das Fäulnisrisiko und erlaubt gleichzeitig Maischestandzeit, ohne dass der Wein sofort bitter wird. Genau deshalb wird Souvignier Gris vergleichsweise oft mit Schalenkontakt oder in Orange-Wein-Stilistik ausgebaut, was bei den meisten weißen Sorten schiefgeht.

Sensorisch ist das Profil kräftig und stoffig: Birne, Quitte, Honigmelone und gelber Apfel, dazu eine dezente Zitrusnote und ein leicht würziger Unterton. Der Alkohol liegt meist über dem, was die Herkunft vermuten lässt, die Säure eher moderat. Aus beidem folgt der eigentliche Charakter der Sorte — Volumen statt Zug. Wo Riesling über Säure Spannung erzeugt, arbeitet Souvignier Gris über Extrakt.

Für Beck-Winter ist die Sorte doppelt wichtig: solo als kräftigster Weißwein im Sortiment, und im Blanc de Blanc als strukturgebende Komponente, die Rückgrat beisteuert. Auf den Muschelkalk- und Dolomitböden der Obermosel bekommt die eher milde Säure eine mineralische Straffheit, die dem Wein die Schwere nimmt.

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