Phantastische Rebsorten (und wo sie zu finden sind)
Einige tragen die falsche Farbe. Andere haben einen erfundenen Stammbaum. Und manche bringen ein Stück Wildnis mit in den Weinberg. Willkommen bei den Trauben mit den besten Geschichten.
Was macht eine Rebsorte eigentlich phantastisch?
Nicht jede besondere Traube ist selten. Manche sind viel älter als gedacht, manche heißen völlig anders, als ihr Stammbaum vermuten lässt, und andere wurden extra gezüchtet, um im Weinberg widerstandsfähiger zu sein. Wir stellen sieben davon vor. Mit ihrer Geschichte – und dem passenden Wein zum Probieren.
Hier stimmt doch was nicht!
Rote Trauben, weißer Wein. Riesling, der keiner ist. Und ein Stammbaum, der nachträglich umgeschrieben werden musste.
Roter Riesling
Rote Trauben, weißer Wein. Der Name klingt nach Rotwein – aber diese Rebsorte hat andere Pläne.
Roter Riesling ist eine Farbmutation des weißen Rieslings. Die Beerenhaut ist rosafarben bis violett, doch aus dem hellen Saft entsteht Weißwein. Verwandt ist er mit Riesling also tatsächlich – anders als manch anderer Namensvetter.
Stammbaum / Herkunft:
Riesling → natürliche Farbmutation → Roter Riesling
Schwarzriesling
Riesling steht drauf. Burgunder steckt drin. Ein ziemlich überzeugender Etikettenschwindel der Natur.
Schwarzriesling heißt in Frankreich Pinot Meunier und gehört zur Burgunderfamilie, nicht zum Riesling. Seine fein behaarten Blätter sehen aus, als wären sie mit Mehl bestäubt. Deshalb heißt die Sorte auch Müllerrebe. Und ja: Sie ist eine klassische Champagner-Traube.
Stammbaum / Herkunft:
Burgunderfamilie → Pinot Meunier / Schwarzriesling
Rivaner
Sein Name erzählt eine Familiengeschichte. Dumm nur, dass die gar nicht stimmt.
„Rivaner“ wurde aus Riesling und Silvaner zusammengesetzt – die beiden galten lange als Eltern der Sorte (auch Müller-Thurgau genannt). Genetische Untersuchungen zeigten später: Der zweite Elternteil ist in Wahrheit Madeleine Royale. Der Spitzname Rivaner blieb trotzdem.
Stammbaum / Herkunft:
Riesling × Madeleine Royale → Müller-Thurgau / Rivaner
Alt, aber ganz schön lebendig.
Elbling
Alt genug für ein Geschichtsbuch. Frisch genug für den nächsten Sommerabend.
Elbling gehört zu den ältesten kultivierten Weißweinrebsorten Europas. An der Obermosel wird die Geschichte seines Anbaus rund 2.000 Jahre zurückverfolgt. Noch kurioser: Es gibt auch Roten Elbling – mit rötlichen Beeren, obwohl er ebenfalls zu den Weißweinsorten zählt.
Stammbaum / Herkunft:
Alte europäische Rebsorte → heute Spezialität der Obermosel
St. Laurent
Ein alter Bekannter, der bis heute nicht verraten will, woher er eigentlich stammt.
St. Laurent ist eine rote Rebsorte aus der Burgunder-Verwandtschaft. Über ihre genaue Herkunft wird bis heute geforscht. Selbst der Name gibt Rätsel auf: Eine mögliche Erklärung führt zum Laurentiustag am 10. August. Bekannt ist die Sorte vor allem für Weine mit roter Frucht – bei uns auch als sanfter Rosé.
Stammbaum / Herkunft:
Burgunder-Verwandtschaft → Herkunft und genaue Abstammung nicht abschließend geklärt
Die nächste Generation hat Wurzeln.
Diese Sorten wurden gezielt gezüchtet, um widerstandsfähiger gegen bestimmte Pilzkrankheiten zu sein. Weinbau mit eingebautem Extra.
Sauvitage
Klingt nach Sauvignon. Hat tatsächlich etwas davon – plus überraschend wilde Verwandtschaft.
Sauvitage wurde 1988 in Weinsberg gezüchtet. Im mehrstufigen Stammbaum finden sich unter anderem Riesling, Grauburgunder, Sauvignon Blanc und Erbgut von Wildreben. Das hilft der Pflanze, bestimmte Pilzkrankheiten besser abzuwehren – und kann im Weinberg Pflanzenschutzmaßnahmen reduzieren.
Stammbaum / Herkunft:
Riesling + Grauburgunder + Sauvignon Blanc + wilde Verwandtschaft aus Amerika und Asien
Souvignier Gris
Jahrzehntelang hatte diese Rebsorte den falschen Stammbaum. Dann kam die DNA-Analyse.
1983 in Freiburg gezüchtet, galt Souvignier Gris lange als Nachkomme von Cabernet Sauvignon und Bronner. Genetische Untersuchungen zeigten später: Tatsächlich sind Seyval Blanc und Zähringer die Eltern. Auch diese Rebsorte wurde für eine bessere Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten gezüchtet.
Stammbaum / Herkunft:
Seyval Blanc × Zähringer → Souvignier Gris
Wenn der Rebsorten-Stammbaum plötzlich nicht mehr stimmt.
Jahrzehntelang war man überzeugt, Souvignier Gris sei aus Cabernet Sauvignon und Bronner entstanden. Dann wurde ihre DNA genauer untersucht – und heraus kamen zwei andere Eltern: Seyval Blanc und Zähringer. Eine Rebsorte, die ihre eigene Herkunftsgeschichte noch mal umschreiben musste. Familienfeiern werden da bestimmt spannend.
Phantastische Rebsorten. Echte Weine:
Du hast die Geschichten gelesen? Dann probier doch mal, wie die sieben Rebsorten im Glas landen. Hier findest du die passenden Weine aus unserer Explorer-Welt.
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Phantastische Antworten auf phantastische Fragen
1. Welche besonderen und seltenen Rebsorten gibt es in Deutschland?
Neben bekannten Sorten wie Riesling oder Spätburgunder gibt es in Deutschland einige echte Besonderheiten. Zum Beispiel den Roten Riesling mit seinen rötlichen Trauben, den uralten Elbling oder den Schwarzriesling, der mit Riesling gar nicht verwandt ist. Dazu kommen moderne Züchtungen wie Sauvitage und Souvignier Gris. Nicht alle sind selten – aber jede hat ihre eigene, ziemlich spannende Geschichte.
2. Was sind PIWI-Rebsorten und welche Vorteile haben sie?
PIWI steht für „pilzwiderstandsfähig“. Diese Rebsorten sind widerstandsfähiger gegen bestimmte Pilzkrankheiten und benötigen deshalb häufig weniger Pflanzenschutz. Das kann die Umwelt entlasten. Zu den PIWIs gehören beispielsweise Sauvitage und Souvignier Gris. Geschmacklich müssen sich diese Weine übrigens nicht hinter den klassischen Rebsorten verstecken.
3. Ist Schwarzriesling dasselbe wie Riesling?
Nein, auch wenn der Name ziemlich überzeugend klingt! Schwarzriesling gehört zur Burgunderfamilie und ist auch als Pinot Meunier bekannt. Die Rebsorte wird unter anderem für Champagner verwendet. Aus ihren dunklen Trauben lassen sich außerdem helle Weine herstellen, beispielsweise ein Blanc de Noir. Unser Blanc de Noir von Beck-Winter kombiniert Schwarzriesling mit Spätburgunder.
4. Ist Roter Riesling ein Rotwein oder Weißwein?
Tatsächlich ein Weißwein! Roter Riesling ist eine natürliche Farbvariante des bekannten Rieslings. Seine Trauben haben eine rötliche Schale, aus ihnen wird aber überwiegend Weißwein hergestellt. Geschmacklich bleibt er dem klassischen Riesling verwandt. Die Farbe der Trauben verrät also längst nicht immer, welche Farbe später im Glas landet. Wie das aussieht, zeigt unser Roter Riesling feinherb 2025.
5. Was ist Souvignier Gris und wie schmeckt der Wein?
Souvignier Gris ist eine vergleichsweise junge, pilzwiderstandsfähige Weißweinsorte. Die Trauben besitzen eine rötlich-graue Schale, werden aber meistens zu Weißwein verarbeitet. Je nach Ausbau entstehen daraus fruchtige, durchaus kräftige Weine, die beispielsweise an Aprikose, Melone oder Quitte erinnern können. Wer die Sorte selbst kennenlernen möchte, findet bei uns den Souvignier Gris 2025 von Beck-Winter.
6. Was ist Sauvitage und wie schmeckt dieser Wein?
Sauvitage ist eine moderne Rebsorte, die 1988 in Weinsberg gezüchtet wurde. In ihrem Stammbaum stecken unter anderem Riesling, Grauburgunder, Sauvignon Blanc und wilde Weinreben. Die daraus hergestellten Weißweine können nach Stachelbeere, Zitrusfrüchten und exotischer Frucht schmecken. Besonders interessant: Die Rebe ist widerstandsfähiger gegen bestimmte Pilzkrankheiten und kommt deshalb häufig mit weniger Pflanzenschutz aus. Entdecken kannst du sie in unserem Sauvitage 2025 von Beck-Winter.
7. Was ist Elbling und warum ist die Rebsorte so besonders?
Elbling zählt zu den ältesten kultivierten weißen Rebsorten Europas. Besonders an der Obermosel hat er eine lange Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Heute steht Elbling deutlich seltener im Weinberg als beispielsweise Riesling. Die Weine sind häufig frisch, leicht und eher geradlinig im Geschmack. Wer Lust auf ein Stück Weingeschichte im Glas hat, sollte unseren Elbling 2025 von Beck-Winter kennenlernen.







