Drei rote Sorten, zwei Familien: Spätburgunder und Schwarzriesling gehören genetisch zusammen – Schwarzriesling ist eine Mutation des Spätburgunders. Cabernet Sauvignon stammt dagegen aus einer ganz anderen Rebenfamilie und bringt entsprechend andere Eigenschaften mit.
Spätburgunder, international Pinot Noir, gehört zu den traditionsreichsten roten Rebsorten. Die dünnhäutigen, kleinen Beeren reifen spät und verlangen im Weinberg einiges an Aufmerksamkeit. Typisch sind eher feine Aromen von Kirsche, Himbeere und Walderdbeere, oft ergänzt durch erdige Noten und eine eher zurückhaltende Tanninstruktur.
Schwarzriesling hat mit Riesling nichts zu tun. International heißt er Pinot Meunier – „Meunier“ bedeutet Müller und spielt auf den weißen, mehlartigen Flaum an den Blattunterseiten an. Er reift früher als Spätburgunder, treibt später aus und ist dadurch in kühleren Regionen weniger spätfrostgefährdet. Die Weine wirken häufig weicher, runder und säureärmer. In der Champagne gehört Pinot Meunier zu den drei wichtigsten Rebsorten.
Cabernet Sauvignon entstand im Bordeaux aus einer Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Die kleinen, dickschaligen Beeren bringen viel Farbstoff und Tannin mit. Typisch sind Cassis, dunkle Früchte und würzige Noten, die je nach Reife und Ausbau auch an Pflaume, Veilchen oder Tabak erinnern können.
